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Stadtmeisterschaften: Gala-Vorstellung von David Smolin und Ilka Wolf mit finaler Bravour

Von Dr. Peter Schütze

Das Minus fällt nicht ins Gewicht. Im vergangenen Jahr fielen alle vier Stadtmeister-Titel an den Dortmunder Golf-Club, in dieser Saison waren es nur drei – die erstmals ausgeschriebene und von Michael Hegemann errungene Jugend-Meisterschaft nicht mitgezählt. Dennoch wurde das bei teilweise Dauerregen, Gewitter, Wind und kühlen Temperaturen ausgespielte Dortmund-Championat zu einer Demonstration der Leistungsqualität des DGC.

Es schmälert den Vierfach-Triumph der offenbar bei Stadtmeisterschaften unschlagbaren Ilka Wolf nicht, wenn zuerst die Rede ist von den Herren – und da natürlich von David Smolin. Der Favorit, der keiner sein wollte, bot eine Vorstellung der Extraklasse, deren erster Teil ihn selbst überraschte. „Am ersten Tag lief alles wie geschmiert, da klappte alles“, freute sich der 33-jährige Jurist über eine 68er-Runde. Drei Birdies und zwei Eagles führten zu einer der besten Runden, die er jemals auf dem Reichsmark-Kurs gespielt hat.

Dieser Traum-Score, der einen Drei-Schläge-Vorsprung vor dem ebenfalls bärenstarken Axel Tilse („Solch´ eine Eins-Unter-Runde wie diese wünsche ich mir öfter!“) bedeutete, gab dem gerade aus dem Urlaub heimgekehrten Top-Kandidaten Sicherheit für den ungeliebten RSB-Kurs. Trotz einer Runde mit 75 Schlägen, der zweitbesten nach der von Tim Uffelmann (74), hatte  David Smolin etwas an seinem Spiel auszusetzen. „Heute waren die Löcher wie vernagelt“, haderte er mit seinen Aktionen auf den vom Regen aufgeweichten Grüns. Denn er beendete das Turnier mit dem bisherigen Herren-Rekord von 143 Schlägen, drei besser als die im vergangenen Jahr von Matthias Tischler aufgestellten Bestleistung. Das machte den  Champion, der schon 2005 gewonnen hatte, auch ein bisschen stolz: „Die Stadtmeisterschaften mit den stärksten Spielern Dortmunds sind von ihrer Qualität inzwischen eine echte Herausforderung. Da zu gewinnen, freut mich sehr.“

Hinter Smolin spielte sich Michael Hegemann auf den zweiten Platz. Der  frischgebackene erste Dortmunder Jugendmeister war um sechs Schläge besser als wenige Tage zuvor, aber seine Runden von 73 und 75 reichten nicht, um ganz nach vorn zu kommen. Immerhin war er um zwei Schläge besser als der Meister der Jahre 07/08, Axel Tilse. Der begann im vertrauter Umgebung mit 71, war aber auf dem RSB-Kurs weder mit seinen Abschlägen noch mit seinen Putts zufrieden: „Das war nicht mein Tag, mein Spiel war schlecht, und der Regen hat mir die Laune verdorben.“

Die Stimmung hatte auch bei Matthias Tischler und Veit-Robert Hasselmann gelitten. Der Titelverteidiger hatte nach den 74 am ersten Tag noch Chancen auf einen Platz unter den ersten drei, vergab sie aber mit einer schwachen Leistung auf den ersten neun Löchern (43 Schläge) in Brackel und wurde am Ende nur Brutto-Siebter. Auch Hasselmann konnte die hervorragende Ausgangsposition, die er sich mit einer 73er Runde geschaffen hatte, nicht wie gewünscht nützen. Er brauchte wie Tischler 81 Schläge, weil er bei einem Birdie nur siebenmal par und zehn Bogeys spielte.

Zu einem Krimi entwickelte sich die Entscheidung in der Damen-Konkurrenz, in der Ilka Wolf den Titel-Rekord von Victoria Smolin-(Nill) aus den Jahren 2001-03) übertreffen wollte. 

Sie nahm gegenüber Andrea Marx einen Drei-Schläge-Vorsprung von den ersten 18 Löchern mit nach Brackel und verteidigte ihn bis zu den beiden Schluss-Bahnen. Auf ihnen konnte ihre nie aufgebende Rivalin noch gleichziehen. Am Ende hatten beide 162 Schläge auf dem Konto – ein Stechen am 18. Grün (par 3) stand an.

Ilka Wolf hatte die Wahl und entschied sich für den ersten Schlag. Es wurde ein Zauberschlag, der Ball landete drei Handbreit vor der Fahne – allerbeste Voraussetzung für ein Birdie. Die Titelverteidigerin spielte ihn mit dem zweiten Schlag, Andrea Marxs par war nur noch von statistischem Wert. Die alte und neue Meisterin und neue Rekordhalterin war auch nach dem stolzen Triumph nicht euphorisch. „Wichtiger als der vierte Sieg in Folge ist, dass vor meinem Handicap erstmals eine Drei steht“, sagte sie und freute sich über die 3,9. Ob sie denn nach ihrem so kurz vor Schluss verspielten Vorsprung nicht nervös geworden sei? „Nein, das Stechen hat mir noch mal einen Kick gegeben.“

Andrea Marx, die schon so lange – vergeblich – einem Stadtmeistertitel hinterhergelaufen ist, war nicht einmal traurig. „Dass ich meinen Rückstand auf Ilka doch noch aufholen konnte, macht mich ein bisschen stolz auf meine Moral. Gegen ihren Superschlag im Stechen war kein Kraut gewachsen. Aber dennoch: So nah war ich einem Titelgewinn noch nie.“

Eine Wachablösung vollzog sich in der Senioren-Klasse gleich in doppelter Form: Der sonst für seine Konstanz bekannte Titelverteidiger Dr. Horst Brenner verlor seine Führung vom ersten Tag (77) an Wolfgang Horsthemke (79), der in Brackel sechs Schläger besser war als der frühere Club-Chef. Bei den Damen  hielt Titelverteidigerin Hildegard Mai auf dem DGC-Platz mit der handicap-stärksten Teilnehmerin Dorothea Mosgalik (3,9) noch mit, musste sie aber am zweiten Tag um sieben Schläge ziehen lassen. Dritte wurde Gaby Weidlich, die freilich mit 190 Schlägen nicht zufrieden war.  

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