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Anna Gehlen-Volbert: Verbands-Championesse der Jungseniorinnen
Mit Tipps von den Söhnen zur NRW-Meisterin
Von Dr. Peter Schütze
Die Zwillings-Brüder Ferdinand und Ludwig, selbst hochtalentierte Golfer, rieten per Telefon: „Mama, wenn Du Angst hast vor dem Putten, halte den Schläger lockerer in der Hand, dann geht´s.“ Und bei Anna Gehlen-Volbert, die nach dem ersten Durchgang der NRW-Meisterschaften und Negativ-Erlebnissen auf den Grüns in Krefeld noch auf dem Übungsgelände Putten übte, ging´s tatsächlich. Mit der besten Runde des zweiten Tages von 75 Schlägen wurde die 43-jährige Pädagogin Verbands-Championesse der Jungseniorinnen.
„Schon im Vorfeld hatte ich das Gefühl, ich könne diese Meisterschaften gewinnen; denn ich hatte in letzter Zeit ein gutes Gefühl für den Golfschwung und auch gutes Golf gespielt“, berichtete Anna Gehlen-Volbert. Außerdem habe ihr Head-Pro Ludger Theeuwen noch vor der Fahrt an den Niederrhein den Tipp gegeben, ihren Aufschwung eine Spur steiler zu gestalten, um damit den Ball optimal zu treffen.
Das alles stimmte. Und die frühere Jugend- und Damen-Nationalspielerin zeigte auf dem anspruchsvollen Platz in Krefeld (u. a. mit einem Eagle auf der Par-5-Bahn 6) auch Klasse-Golf – bis zum Grün. „Bei der 77er-Runde hatte ich sechs Drei-Fach-Putts“, haderte die am ersten Tag auf Platz 2 der Gesamtwertung eingekommene Anna Gehlen-Volbert mit ihren Abschlüssen. Aber sie hatte ja ihre Golf-kundigen Söhne….
Mit deren Ratschlag im Kopf begann die Lehrerin an der Hörder Stift-Grundschule den zweiten Tag in Krefeld mit drei Birdies auf den ersten sechs Bahnen und eins-unter nach der Neun. Damit hatte sie soviel Sicherheit, dass sie die Runde mit 75 Schlägen beendete. Am Ende hatte sie mit 152 drei Schläge Vorsprung vor Heike Werres aus Bonn-Bad Godesberg, die am ersten Tag noch das Feld angeführt hatte.
Ferdinand und Ludwig Volbert waren stolz auf die Mama, die im internen Wettbewerb („Es ist ein Spiel“) mit ihren Söhnen jetzt wieder die Nase vorn hat, zumal sie beim Regional-Championat ihr Handicap von 4,3 auf 3,9 verbessern konnte. Zwischen den Zwillingen und ihrer Mutter gibt es eine Verabredung, dass Anna Gehlen-Volbert demjenigen ein Geschenk machen muss, der am Ende der Saison ein besseres Handicap aufweist als sie. Die erste Prämie, ausgesetzt für eine Runde unter Par, musste sie jetzt schon an Ferdinand in Form eines Entfernungsmessers übergeben; denn er hatte dieses Ergebnis in Bremen geschafft.
Aber noch führt Mama Anna, und ihre Söhne werden mit guten Ratschlägen nicht sparen, nur letzten Endes an das bessere Handicap zu kommen. Mit dem von ihrer Mutter ererbten Talent werden sie sie ohnehin eines Tages unterbieten. Anna Gehlen-Volbert wäre dann die letzte, die das bedauerte…
Andrea Marx war mit 79 + 83 Schlägen in Krefeld Vierte. Michael Hegemann kam bei den parallel ausgetragenen NRW-Meisterschaften der Herren in Hubbelrath mit 78 und 83 Schlägen auf Platz 27.
